Über „Herrn Amos“ erfuhren die Besucherinnen und Besucher des Lutherischen Lobpreisgottesdienstes (LoGo) am 2. Dezember 2012 im Kirche-und-Kultur-Fernsehinterview alles Wissenswerte – so auch, dass er Prophet nur im Ehrenamt war, hauptberuflich aber Schafzüchter und Plantagenbesitzer. In der Jahresreihe zu biblischen Personen ging es diesmal um (den Propheten) Amos und sein biblisches Neun-Kapitel-Buch. Die kritisch-heftigen Botschaften, die Amos auszurichten hatte, wurden ausführlich bedacht. Die Benachteiligungen und Ausgrenzungen, die in einem Volk, aber auch in einer Kirchengemeinde entstehen, wurden durch eine Mauer als Bild für eine Gemeinde dargestellt, aus der nach sieben gelesenen Beispielsituationen jeweils ein Stein entfernt wurde, sodass das Mauerwerk in sich zusammenbrach.

Für eine „Kultur der Wahrnehmung und Wertschätzung“ warb Gastpastor Marc Struckmann aus Soltau – und dass die auch da Platz hat, wo große Unterschiede zwischen Menschen bestehen, wo sich Menschen fremd sind oder es schwer miteinander haben. Sowohl die gesellschaftspolitischen Ansatzpunkte der prophetischen Kritik als auch innerkirchliche Spannungsfelder sprach der Prediger an und sensibilisierte dafür, für alles Miteinander in dieser Zeit und Welt Gottes Maßstäbe in Ansatz zu bringen – wohl wissend, dass Menschen dabei an Grenzen stoßen, dass sie aber inspiriert durch die selbst erfahrene Menschenfreundlichkeit Gottes dann auch Wahrnehmung und Wertschätzung weitergeben können. Am Ende weist das Amosbuch adventlich über sich hinaus, hieß es - wenn es nämlich nach vielen kritischen Predigten des Propheten zeigt, dass Gottes Verärgerung und Strafhandeln nicht Gottes letztes Wort sind, sondern dass am Ende Gutes verheißen wird – gerade so, wie Gott den Christus angekündigt hat, der dann an Weihnachten Mensch geworden ist.

Im Abendmahlsteil war die Menschenfreundlichkeit Gottes zu schmecken: Vergebung und Stärkung durch die Christusträger Brot und Wein. Das wurde von der großen LoGo-Gemeinde gerne in Anspruch genommen.

Simon Brückmann gestaltete umsichtig und gekonnt den musikalischen Part am E-Piano. Verschiedensprachig ging es wieder zu bei den Liedern, die adventlich-kernig mit „Macht hoch die Tür“ einsetzten. Beim Kirchenkaffee klang der Gottesdienst nach, vielfältiges Gemurmel erfüllte den Gemeinderaum.




Sie kommt nur in ganz wenigen Versen der Bibel vor, nicht einmal ihr Name ist überliefert. Aber in der Jahresreihe des Lutherischen Lobpreisgottesdienstes (LoGo) zu biblischen Personen in besonderen Situationen stand sie am 13. Oktober 2012 im Fokus: Damit griff das LoGo-Team  Jesu Empfehlung auf: „Denkt an Lots Frau!“ (Lukasevangelium, Kapitel 17, Vers 32).

Lot, seine Frau und die beiden Töchter verlassen Sodom, weil die Stadt durch das gottlos-verruchte Leben Gottes Zorn auf sich gezogen und damit den eigenen Untergang heraufbeschworen hatte. Familie Lot kriegt einen göttlichen Wink, sich in Sicherheit zu bringen, verbunden mit der Warnung, sich auf dem Weg nicht umzudrehen. Als sie schon so gut wie gerettet ist, blickt Lots Frau doch zurück – und erstarrt zur Salzsäule: lässt versteinert ihr Leben.

In vier Varianten wiederholte das Team die Szene des rettenden Weges, an dessen Ende Lots Frau zurückblickt – und je verschieden einen Grund dafür benennt; damit wurde das in der Bibel unkommentierte Geschehen auf mögliche Hintergründe hin beleuchtet und der Gefahr gewährt, sich über Lots Frau zu erheben. In einem pantomimisch einfühlsam begleiteten Sprechstück wurde dem Muster unguten Verharrens in Vergangenem die ermutigende Einladung zum Leben im Hier und Jetzt gegenübergestellt. Gastpastor Hans-Heinrich Heine aus Hermannsburg betonte in seiner Predigt, in der er auch den 33. Vers aus Lukas 17 mit beleuchtete, das Gegenüber von „Entweder – Oder“ – entweder rückwärtsgewandt oder nach vorne schauend, entweder dem „alten Leben“ ohne Gott anhängen oder mit Gott den vorwärtsgewandten Gang auf das Ziel „Ewigkeit“ zu gehen – und ermunterte zu einem entschlossenen Leben mit Christus, das zu Lebzeiten nie vollkommen sei, aber in der Gnade und dem Segen Gottes entscheidende Lebenshilfe finde. Sechs Nachteilen, Christ zu sein, wie „Es kostet Geld“ oder „Es ist anstrengend“, stellte der Gastpastor sechs Vorteile gegenüber, wie „Aber es bringt dir auch viel!“ oder „Es gibt Erfüllung und Frieden mit Gott“.

Im Vergebungsteil bestand wieder die Möglichkeit, sich unter Handauflegung am Altar die Gnade Gottes zusprechen zu lassen: Loslösung von belastendem Vergangenen und Vergewisserung für die von Gott begleiteten nächsten Schritte des je eigenen Lebensweges.

Karo(line) Müller bereicherte den Abendgottesdienst am E-Piano durch Vorspiel, Liedbegleitungen und einer wunderbaren Improvisation zum Ausgang,. Das Imbiss-Angebot mit feinem Büffet wurde gerne angenommen, bei Begegnungen und Gesprächen klang der LoGo-Abend aus.




Ein einziges Kapitel mit gerade mal 25 Versen umfasst der Brief, den Paulus an seinen Freund Philemon geschrieben hat und der in der Bibel enthalten ist. In der Jahresreihe zu biblischen Personen in besonderen Lebenssituationen rückte dieser Philemon im Lutherischen Lobpreisgottesdienst (LoGo) in St. Petri Hannover (Südstadt) am 26. August 2012 ins Blickfeld. Die Geschichte von Philemon und seinem Mitarbeiter Onesimus wurde erzählt. Wie Onesimus dem Philemon irgendeinen Schaden zufügt und flieht, dann aber durch Vermittlung von Paulus zurückkehrt, sodass Vergebung und Neuanfang möglich werden.

Vertrauensbruch und Enttäuschung, Ärger und Entfremdung, Friedensbemühungen und Vergebung wurden zu Stichworten für die Übertragung: Ob Sara und Tanja auf dem Schulhof, Petra Krümmer und André Kern im Telefonat oder drei Gemeindeglieder im Gespräch nach dem Gottesdienst: Immer ging es um die Spannung zwischen enttäuschtem Vertrauen und Wegen zu einem Neuanfang. Propst i.R. Manfred Weingarten aus Verden an der Aller beleuchtete die Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen unter dem Pauluswort „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, sie, Neues ist geworden.“ In einem Leben, das Christus einbezieht und die Versöhnung, die er zwischen Gott und den Menschen ermöglicht hat, kann Veränderung gelingen: der Versuch, den andern zu verstehen, der erste Schritt der Versöhnung, ein Neuanfang …

Gerne nahm die große LoGo-Gemeinde die Möglichkeit wahr, unter Handauflegung Gottes Segen zu empfangen.

Henning Martens begleitete den LoGo am E-Piano mit freien Vor- und Nachspielen und gewohnt sicherer Begleitung – auch bei schwierigeren Liedern …




Eine schöne Königin gab es am 10. Juni 2012 im Lutherischen Lobpreisgottesdienst (LoGo) in St. Petri Hannover (Südstadt) zu sehen: In der Jahresreihe zu biblischen Personen und ihren besonderen Erlebnissen und Erfahrungen ging es diesmal um Ester. Die Geschichte des Buches, das in der Bibel ein Schattensein fristet, wurde als Geschichte zu einem Standbild gelesen, bei dem die in orientalischen Gewändern gekleideten Hauptfiguren – König Ahasveros, Königin Ester, ihr Ersatzvater Mordechai und der Fiesling Haman – je nach Fortgang der Geschichte ihre Haltungen und ihren Gesichtsausdruck veränderten. Die zentrale Aussage, dass sich Ester – vorbereitet durch Fasten und Gebet – erfolgreich für ihre jüdischen Mitmenschen einsetzt, die bedroht werden und um ihr Leben fürchten müssen, wurde anschließend dreifach übertragen – mit Beispielen für couragierte Christen im Dritten Reich, in der Unterstützung von verfolgten Christen weltweit sowie im Eintreten für die Ausgegrenzten und Schikanierten in der uns umgebenden Gesellschaft.

Superintendent Walter Hein aus Rodenberg als Gastpastor weckte gekonnt die Neugierde, das Buch Ester am Stück zu lesen, und band in seiner Auslegung – auch mit Bezug auf Aussagen Dietrich Bonhoeffers – Glauben und Courage stimmig und Impulse setzend zusammen.

Im Abendmahlsteil gingen die Lieder aus, aber Kirsten Schulz, die wieder gekonnt und abwechslungsreich am E-Piano mitwirkte, wusste die passenden meditativen Gesänge zum Klingen zu bringen, sodass die große Gemeinde problemlos einstimmen konnte.

Bereichert wurde der LoGo von Kindern eines Kinder- Sing- und Erlebnistages am 9. Juni: Unter der Leitung von Karin Mey und instrumental begleitet von Dennis Schöne, Konstantin Mey und Jakob Voigt sangen sie drei der Lieder aus dem Musical „Jesus bleib(t) stehen“, das SELK-Kantor Thomas Nickisch für den diesjährigen 8. Lutherischen Kirchentag der SELK (www.selk-kirchentag.de) komponiert hatte und das einen der Höhepunkte des Kirchentages in Hannover dargestellt hat.




Um Hiob und die leidvollen „Hiobsbotschaften“, die er empfangen hat, ging es am 4. März 2012 im Lutherischen Lobpreisgottesdienst in St. Petri Hannover (Südstadt). In der Jahresreihe zu biblischen Personen und ihren besonderen Erlebnissen und Erfahrungen mit Gott wurde Hiobs Geschichte in einer gut hörbaren Zusammenfassung vorgelesen. Ein Anspiel ergänzte die biblischen Hiobsbotschaften durch Leiderfahrungen in der Gegenwart und stellte dem eher allgemein lamentierenden „Wo bist du Gott?“ den Weg der direkten Anrede Gottes auch in Leiderfahrungen gegenüber. Gastpastor Jochen Roth griff das in Kindersegnung und Predigt auf und erklärte, dass auch Gott hinterfragendes, Gott (an)klagendes Gebet in Trauer, Enttäuschung und Wut zulässig sei. Gott auch angesichts von Hiobsbotschaften nicht loszulassen und damit auch sich selbst nicht zu verlieren, dazu leite Hiob an. DörteDie Warum-Fragen fänden keine logische Antwort, eher geeignet sei die „Wozu“-Frage. Der Gastpastor aus dem Pfarrbezirk Arpke/Seershausen stellte Hiobs Geschichte in den Horizont des Christuswortes  „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Brief an die Korinther, Kapitel 12, Vers 9), das in seinem zweiten Teil diesjährige Jahreslosung der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen darstellt.

SegenIm Vergebungsteil hatten die zahlreichen Gottesdienstbesucher in der Stille Gelegenheit, Gott ihr Herz auszuschütten und dabei auch Schuld einzugestehen. Unter Auflegen der Hände sprach der Gastpastor ihnen die Gnade Gottes zu.

Karo Müller und Claudius Fricke begleiteten an E-Piano und Gitarre Lieder wie „Freude bricht auf“, „In den Schatten dieser Welt“, „Du hast Erbarmen“ und „Gott, mein Herr, es ist mir ernst“ und trugen instrumental und vokal zu Beginn und zum Abschluss des Gottesdienstes mit „All I’ve wanted“ und „Empty me“ zwei eingängige und bewegende Lieder bei.




Eine Reisegruppe vor einem Denkmal des Apostels Paulus …, der schließlich mit einem Sprung vom Podest selbst das Wort ergreift: Das spielte sich im ersten Lutherischen Lobpreisgottesdienst (LoGo) des neues Jahres am 8. Januar 2012 in St. Petri Hannover (Südstadt) ab. Von einer kompetenten Reiseführerin wie von Paulus selbst erfuhr die Gemeinde allerlei von Freud und Leid im Leben des Apostels und auf diesem Hintergrund über den Sinn der Jahreslosung 2012, die Paulus zuerst gegolten hat, als ihm Jesus Christus sagte: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Brief an die Korinther, Kapitel 12, Vers 9).
 
DenkmalGastpastor Martin Damm (Stadthagen-Wendthagen) legte das Losungswort im ganzen Vers aus – „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ – und erläuterte, dass dies nicht ein Wort nur für Schattenseiten des Lebens sei und dass es auch nicht als oberflächliches Trostpflaster missbraucht werden dürfe. Es beantworte auch nicht die Frage, warum Gebete um Abhilfe von Not und Leid mitunter nicht erfüllt würden. Vielmehr lebten Christen in allen Lebenssituationen davon, dass Gott sich in seiner Zuneigung und mit seiner Hilfe zuwende.

Handfest erfuhren das die LoGo-Teilnehmer beim Segensteil, in dem sie den Segen Gottes unter Handauflegung und mit dem Kreuzeszeichen an der Stirn empfingen.

SteineZuvor waren – eingangs an die Gemeinde verteilte – Denk-Steine vor Gott gebracht und ihm anbefohlen worden: Steine, mit denen gedanklich Aspekte des neues Jahres verbunden werden konnten, wurden eingesammelt und vor dem Altar sichtbar platziert.

Jako Paulig rahmte am E-Piano den LoGo in bewährt gekonnter Weise mit dem Vor- und dem Nachspiel und begleitete die Gemeinde bei den Liedern wie „Komm, jetzt ist die Zeit“ „Herr, ich komme zu dir“, „Von guten Mächten und „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen.“ Auch der von SELK-Sprengelkantor Thomas Nickisch komponierte Kanon zur Jahreslosung kam zum Einsatz – und wird hoffentlich das Jahr über noch mehrfach erklingen!